Das Kaliningrader Gebiet entstand 1945 durch die Beschlüsse der Konferenz von Potsdam. Der nördlche Teil des ehemaligen Ostpreußens wurde 1946 der UdSSR zugesprochen.
Es befindet sich an der südlichen Ostseeküste. Es grenzt im Nordosten an Litauen und im Süden an Polen. Das Gebiet ist mit einer Fläche von 15.100 km² etwa so groß wie Schleswig Holstein (15.770 km²), davon entfallen 1.681 km² auf die Gewässer des Frischen und des Kurischen Haffs. Von West nach Ost sind es maximal 200 km, von Nord nach Süd 110 Kilometer. Die Länge der Ostseeküste beträgt 140 km.
Die Region ist räumlich vollständig vom russischen Kernland abgetrennt. Umgeben ist sie von den Ländern Polen und Litauen, im Westen und Norden bildet die Ostsee eine natürliche Begrenzung.
Mehr als 400 Kilometer trennen die Exklave vom russischen Kernland. Bis Moskau sind es 1289 Kilometer, bis Berlin rund 600.
Das Kaliningrader Gebiet ist eines von 89 Föderationssubjekten der Russischen Föderation. Die Oblast ist in 13 Verwaltungsbezirke mit 22 Städten eingeteilt. (entsprechen etwa den deutschen Landkreisen): Selenogradsk, Bagrationowsk, Gurjewsk, Gwardejsk, Polessk, Slawsk, Neman, Krasnosnamensk, Nesterow, Gussew, Osersk, Tschernjachowsk, Prawdinsk. Administratives Zentrum ist die Stadt Kaliningrad.
Das Gebiet durchfließen Flüsse und Bäche mit einer Gesamtlänge von ca. 4.600 km. Der längste Fluss ist die Memel / Neman mit einer Gesamtlänge von 937 km, der sich 10 km nordwestlich von Sowjetsk in die Mündungsarme Ruß und Gilge teilt, die im Kurischen Haff münden. Es gibt fast 100 Seen sowie Kanäle, Entwässerungsgräben und Teiche ca. 15 % des Gebietes sind Waldgebiete, in denen Kiefern, Fichten und Birken, aber auch Linden, Erlen, Ahorn und Eichen die vielseitige Vegetation prägen. 17 % sind Sumpfland. Die Böden bestehen überwiegend aus Lehm, stellenweise auch aus Sand und Torf.
Das Kurische Haff hat die Form eines Dreiecks. Es hat eine Fläche von 1610 km² und ist 93 km lang und bis zu 43 km breit. Die tiefste Stelle befindet sich am Ausgang zur Ostsee bei Klaipeda mit 7,5 m. Am Süd- und Ostufer beträgt die Wassertiefe nur zwischen einem halben und zwei Metern.
An das Kurische Haff schließt sich nach Osten die Elchniederung, eine Moorlandschaft, an. Im Südosten liegt die Rominter Heide mit dem Wystiter Hügelland, welches mit bis zu 240 Metern die höchste Erhebung in der Oblast bietet. Im Westen schiebt sich das Samland auf einer Halbinsel in die Ostsee.
Die Tierwelt ist vielseitig: Hirsche, Rehe, Elche, Wildschweine, Füchse, Dachse, Iltisse, Biber, Eichhörnchen und Hasen tummeln sich in dieser herrlichen Natur. Auch die Vogelwelt ist sehr artenreich. Die Kurische Nehrung ist eine Vogelbrücke zwischen Nord und Süd, Millionen von Zugvögeln suchen hier im Frühjahr und im Herbst ihren Weg. Die Vogelwarte in Rybatschji ist sehr bekannt, hier stellen Ornithologen die Zugbahnen der Vögel fest.
Die Bevölkerungszahl in der Oblast liegt bei gut 940000 Menschen, in Kaliningrad leben heute ca. 430000 Menschen. Damit hat der Oblast eine hohe Bevölkerungsdichte über 60 Menschen je qkm gegenüber knapp 10 im Durchschnitt der russischen Förderation. Die Nationalität ist sehr verschieden: 78 % Russen, 8 % Weißrussen, 7 % Ukrainer, 2 % Litauer, je 0,2 % Polen und Deutsche. Insgesamt 30 Nationalitäten leben heute im Kaliningrader Gebiet.
Nach 1946 war das Kalinigradskaja Oblast eine der bestbeschirmten Regionen der Welt, unzugänglich für Ausländer und auch für den Großteil der Sowjetbürger. Über vier Jahrzehnte lang sickerten Informationen nur tröpfchenweise in den Westen. Sie waren durchweg deprimierend. Still, aber systematisch wurden vor allem in den sechziger und siebziger Jahren die Reste des historischen Stadtbilds Königsbergs vernichtet.
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Die Häuser im damals dicht bebautem Zentrum, dem Kneiphof, welcher der mittelalterliche Stadtkern von Königsberg war, sind verschwungen. Sehenswert sind neben dem wiederhergestellten Dom mit der Kant - Gedächtnisstätte auch die sechs erhaltenen Stadttore von Königsberg, das Königstor, das Friedländer Tor, das Roßgärtner Tor, das Sackheimer Tor, das Brandenburger Tor und das Friedrichsburgtor. |
Im Oblast Kaliningrad befinden sich die größten Vorkommen des Bernsteins, mit 90 % der Weltvorräte. Der Bernstein wird in der Siedlung Jantarni (Palmnicken) im Tagebau abgebaut. |
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Unter der Erde gibt es außerdem ergiebige Steinsalzvorkommen (über zwei Millionen Tonnen). In den letzten Jahren wurde auch Erdöl gefunden. Die Förderung liegt pro Jahr bei etwa einer Million Tonnen.
Das Klima ist maritim bis gemäßigt kontinental. Statistisch gesehen fallen die höchsten Niederschläge im August, die niedrigsten im März und April.






