31.05.2002
Zu einem Abschlussgespräch über ihre Austauscherfahrungen trafen sich vier russische Gastschülerinnen, die ein Jahr lang im Kreis Pinneberg lebten, und ihre Gasteltern in der KGSE.
Elmshorn. "Ihr ward eine Bereicherung für unsere Schule", sagte Schulleiter Gerhard Jens von der Kooperativen Gesamtschule Elmshorn (KGSE) zu den russischen Gastschülerinnen und sprach einen Dank an die Gasteltern aus. "Ein Jahr mit Menschen aus einem anderen Kulturkreis ist nicht immer einfach. Es bedarf einer Eingewöhnungszeit nicht nur aufgrund der Sprache."
Die vier Schülerinnen Anastasia Schäfer, Elena Gorbatikowa und Elena Abraschewa besuchten ein Jahr lang die KGSE, Jhenia Klewinskatje das Gymnasium in Barmstedt. "Mir hat das Jahr sehr gefallen", sagte die 16-jährige Anastasia Schäfer und bedankte sich bei
ihrer Gastmutter Gabriele Kascha für die ihr entgegengebrachte Geduld und Aufmerksamkeit. Zwar habe sie sich Deutschland am Anfang anders vorgestellt, doch es sei für sie zu einem zweiten Zuhause geworden.
Die russische Schülerin Elena Gorbatikowa hat während ihres Aufenthaltes nicht nur Deutsch gelernt, sondern auch einen Volkhochschulkursus in der englischen Sprache besucht. Der Unterschied zwischen der russischen und der deutschen Schule war am Anfang groß. In Selenogradsk waren die Mädchen gewohnt aufzustehen, wenn sie dem Lehrer eine Antwort gaben. Auch sei es nicht üblich, in Russland den Lehrern gegenüber kritische Meinungen zu äußern.
Die Gastschülerinnen nahmen während ihres Aufenthaltes an einem Schwimmkursus des EMTV teil, absolvierten einen Deutsch-Zertifikatkursus an der Volkshochschule und machten jeweils ein Praktikum bei der Bereitschaftspolizei Hamburg und in der Heideweg-Schule Appen-Etz. Gerhard Kascha, Mitglied des Vereins Selenogradsk, richtete für die Russinnen einen Computerkursus ein. Und der Bundestagsabgeordnete Ernst Dieter Rossmann hat alle Gastschülerinnen nach Berlin eingeladen.
"Würdet ihr noch einmal hierher gehen?" fragte Kreispräsident Dietrich Anders im Gespräch. Mit etwas Verlegenheit äußerten die Mädchen, dass es ihnen zwar gefallen habe, aber sie doch weit weg von zu Hause gewesen seien und Heimweh gehabt hätten.
Bislang haben schon 16 Gastschüler aus Selenogradsk am Schüleraustausch im Kreis Pinneberg teilgenommen. Für den kommenden Austausch haben sich bereits sechs Gastschülerinnen bei dem Verein Selenogradsk gemeldet. Gabriele und Gerhard Kascha organisieren die Unterbringung der Schülerinnen in verschiedenen Gastfamilien und Schulen.
Elmshorner Nachrichten
Von Anke Leuschner





