23.07.2002
Gastspiele: Zum sechsten Mal kommen junge russische Musiker aus dem Bezirk Selenogradsk in den deutschen Partnerkreis Pinneberg.
Kreis Pinneberg - Sie sind sechs bis 18 Jahre alt und freuen sich schon riesig auf ihren Besuch in Deutschland. Sie leben im Bezirk Selenogradsk, zu dem der Kreis Pinneberg intensive Beziehungen pflegt. Die meisten von ihnen lernen an der Kunst- und Musikschule im ehemaligen Cranz. Wer die Jungen und Mädchen mit ihrer Freude am Gesang kennenlernen will, hat dazu vom 15. bis 26. August Gelegenheit. Neun Konzerte im Kreis Pinneberg stehen in dieser Zeit auf dem Programm. Vier junge Leute suchen zudem noch Schlafplätze in Familien.
"Die russische Seele ist vielseitig: Grenzenlose Ebenen, breite Flüsse, tiefe Seen und hohe Berge - das alles spiegelt sich im Charakter der Russen wieder", versucht Gabriele Kascha, Sprecherin des Pinneberger Freundschaftsvereins, die Ausstrahlung der jungen Gäste in Worte zu fassen. "Die Kühnheit, die Grazie, die Gleichmäßigkeit, der Wohlklang und die Weite der Seele spiegeln sich einem Kaleidoskop gleich in der Vielfalt des Programms wider." Die Reiseleiterin verspricht den Zuschauern ein musikalisch-russisches Feuerwerk, "Jantar", wie es in der fremden Sprache heißt.
Vom Beginn der Partnerschaft bis heute mit von der Partie ist die Tanz- und Gesangsgruppe "Pljassizi". Ihre Auftritte sind fast professionell. Die Kinder, sechs bis 15 Jahre alt, üben viermal pro Woche, auch am Wochenende und in den Ferien. Die bunten Kostüme werden von den Eltern genäht. "Die junge Generation lernt auf diese Weise, russisches Kulturgut zu erhalten und an andere weiterzureichen", erklärt Gabriele Kascha.
Diese Gruppe war im Mai dieses Jahres die Keimzelle für die Gründung des Chores "Gloria". Er wurde aus den älteren Sängerinnen aus den Klassen vier bis sieben der Musikschule gebildet. Sie singen Lieder vieler europäischer Meister wie Rachmaninow, Tschaikowski, Mozart und Mendelssohn.
Zum ersten Mal wird eine 18-köpfige Gruppe des Orchesters "Mosaica" den Kreis Pinneberg besuchen. Das Ensemble kommt aus der Nachbarregion Novgorod. Die jungen Leute im Alter von zwölf bis 18 Jahren musizieren auf traditionellen Instrumenten, zum Beispiel Balalaika, Domra und Bayan.
Info
Geschäftsstelle Selenogradsk e.V., Ollnstraße 145, 25336 Elmshorn, Telefon 04121/923 85; www.selenogradsk.de
Hamburger Abendblatt
Von Michael Rahn





