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16.07.2002

 

 

Kooperation
Dr. Sergey Romanov, russischer Konsul, sprach über Perspektiven der Partnerschaft Selenogradsk.

 

Kreis Pinneberg - In Deutschland arbeiten und gutes Geld verdienen, in südlichen Gefilden leben und die Sonne genießen - so stellen sich viele Deutsche die perfekte Lebensgestaltung vor. Dr. Sergey Romanov, Konsul der Russischen Förderation in Hamburg, hat das ganz andere Visionen. Arbeiten, so sagt er, könne nirgendwo spannender sein als in Moskau. Keine andere Stadt habe so viel Wachstum und so viele Chancen zu bieten wie die Kreml-Metropole. Für ein beschauliches Leben sei dagegen ein Wohnsitz in Deutschland ideal, zum Beispiel im Kreis Pinneberg. "Hier ist es ruhig, hier herrscht Harmonie, hier gibt es alles, was die Menschen zum Leben brauchen."

Romanovs Lob kam nicht von ungefähr. Auf Einladung von Kreispräsident Dietrich Anders sah sich der Diplomat im Kreis Pinneberg um. Anschließend warb er für eine Vertiefung der Partnerschaft zum Rayon Selenogradsk und für einen differenzierten Blick: "Russland ist mehr als Krisen und Katastrophen."

Wer einmal in Selenogradsk, dem einstigen Ostseebad Cranz, war, könne dies nur bestätigen, pflichtete Anders bei. Allen anderen bleibe das normale Leben in Russland mit all seinen Reizen jedoch verschlossen. Schuld daran, so Romanov, seien "alte Vorurteile". "Niemand kann die Perspektiven der russischen Wirtschaft erkennen, wenn er immer nur die Schwierigkeiten betrachtet", so Romanov.

Von der Vertiefung der Kontakte zum russischen Konsulat erhofft sich der Kreispräsident Unterstützung für die Partnerschaft zum Rayon Selenogradsk. Visa- und Zollabwicklung könnten komplizierter werden, sobald die Nachbarn Polen und Litauen der EU betreten. Schüleraustausch, Kontakte Vereinen, private und offizielle Reisen, Unterstützung für soziale Einrichtungen - all das könnte dann schwieriger werden. Romanov wagte keine Prognosen: "Eine vergleichbare deutsch-russische Partnerschaft dürfte kaum zu finden sein", erklärte er ganz diplomatisch. Sie werde daher auch die neue Situation meistern. nb

Hamburger Abendblatt