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16.08.2002

 

 

Er ist schwer beeindruckt
Selenogradsks Bürgermeister Schegeda schätzt Partnerschaftsarbeit hoch ein


Elmshorn/Selenogradsk. Der Bürgermeister von Selenogradsk, Wladimir Schegeda, schätzt die Arbeit beider Partnerschaftsvereine hoch ein und zeigte sich beeindruckt von der besonderen Aktivität. Denn solche Erfahrungen habe er während seiner Amtszeit noch nicht gemacht. Der deutsche und der russische Verein setzen sich für die Unterstützung vieler sozialer Einrichtungen ein. Unter anderem leistet der Verein Selenogradsk finanzielle Hilfe im Straßenkinderheim "Istok", unterstützt die Jugend- und Behindertenarbeit und die Mittelschule.
"Alle Dinge wären ohne unsere Partner und ohne die politische Ebene nicht möglich", erklärte Gabriele Kascha, Erste Vorsitzende des Vereins Selenogradsk. Schegeda bewertet die Vereinsarbeit als wichtig und nützlich. Auch wenn die Bedürfnisse höher seien. "Wir gehen von unseren Möglichkeiten aus", so der Bürgermeister, räumte aber ein, dass sie nicht so viel leisten können wie die deutschen Partner. Ein kleiner Lichtblick sei es, dass vermehrt Finanzmittel aus dem Staatshaushalt für Kinder mit Behinderungen zur Verfügung gestellt wurden.
Auch in Russland ist die finanzielle Unterstützung knapp. Vom Staat werden aus Moskau die Finanzmittel in das Gebiet Kaliningrad und damit in den Rayon Selenogradsk weitergeleitet. Die Kreisstadt Selenogradsk wiederum muss mit dem Etat weitere umliegende Dörfer unterstützen. Erst seit zehn Jahren gibt es diese demokratische Regelung im Osten. Bürgermeister Schegeda hofft: "Wenn unser Dorf erst einmal sein eigenes Geld verdient und wir eine Selbstverwaltung haben, wird es mit dem Geld besser laufen, als jetzt, wo wir es zugewiesen bekommen."
Der Rayon Selenogradsk ist dreimal so groß wie der Kreis Pinneberg. Jedoch statt 300 000 Einwohner wohnen nur 30 000 Bewohner im dortigen Kreisgebiet, und davon leben 13 000 in der Stadt Selenogradsk.
Etwa anderthalb Stunden Fahrzeit von der polnischen Grenze und 25 Kilometer nördlich von Kaliningrad liegt die Partnergemeinde des Kreises Pinneberg. Im Jahr 1252 ist das Fischerdorf, welches früher Cranz hieß, gegründet worden. Das Dorf an der Ostsee war für seine "Cranzer Flundern" bekannt, die man fing und auf Tannenzapfen trocknete.

Elmshorner Nachrichten
Von Anke Leuschner