26.08.2003
Deutsche und russische Jugendliche bauten Spielplatz
Die Jugendgruppe Selenogradsk hat in der russischen Partnergemeinde einen Spielplatz vor der Mittelschule errichtet.
Elmshorn/Selenogradsk. "Wir hätten das Projekt niemals ohne die russischen Jugendlichen geschafft", sagte Lars Kascha von der Jugendgruppe Selenogradsk. Insgesamt zwölf Jugendliche aus dem Kreis Pinneberg fuhren in diesem Sommer in die Kreisstadt Selenogradsk (ehemals Cranz), um einen Spielplatz mit Schaukeln und Hängebrücke zu bauen. Das Ziel der 17- bis 28-Jährigen war es, innerhalb von zwei Wochen das Projekt fertigzustellen. Dabei halfen ihnen acht russische Jugendliche.
Für einige Teilnehmer war es die erste Fahrt nach Russland. Die sechs deutschen Mädchen und sechs jungen Männer sind in einem Privathaus mit fünf Gästezimmern untergekommen. Die Russin Valentina Konova, ein Mitglied des russischen Vereins Selenogradsk, hatte es sich zur Aufgabe gemacht, für die Deutschen zu kochen, damit sie ihre Zeit und Arbeitskraft voll in den Bau des Spielplatzes geben konnten. Die Werkzeuge brachten die Jugendlichen aus Deutschland mit. Das Eichenholz sowie Schrauben kauften sie in Russland. "Wir hatten nach zwei Tagen von allen Baumärkten in Selenogradsk die Holzschutzfarbe aufgekauft", berichtete Jugendleiter Lars Kascha.
Mit viel Elan und Disziplin gingen alle ans Werk. Ein Klettergerüst mit zwei integrierten Schaukeln sowie eine Wackelbrücke sind gebaut worden. Ein neu eingerichteter Weg zum Spielplatz wurde mit Pallisaden aus Birkenholz gesäumt.
"Es war toll, mit den deutschen Jugendlichen zusammenzuarbeiten, sie besser kennenzulernen und Gemeinschaft zu haben", meinte Alexandra Anatsko. Nun lebt die 16-jährige Austauschschülerin für ein Jahr in Elmshorn und geht hier zur Schule. Nach der erfolgreichen Fertigstellung des Spielplatzes blieb den deutschen Jugendlichen noch Zeit, Ausflüge nach Kaliningrad und zur Kurischen Nehrung zu machen. Zusammen mit den russischen Freunden besuchten die Deutschen Baltijsk (Pillau) sowie Swetlogorsk (Rauschen).
Die Stiftung der Kreissparkasse sowie der Kreis Pinneberg und der Bund über den Bundesjugendplan unterstützten das Projekt finanziell. Rund 7000 Euro betrugen die Kosten, davon die Hälfte für Materialien, die für die Reise und den Spielplatz anfielen. Dass die deutschen und russischen Jugendlichen gute Arbeit geleistet haben, beweist die Nachfrage der Russen. "Der Spielplatz ist von den Kindern gut angenommen worden. Es kam die Anfrage, wann wir den nächsten Spielplatz bauen", so Lars Kascha.
Elmshorner Nachrichten
Von Anke Leuschner





