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22.05.2003

 

 


Hauptversammlung des Vereins Selenogradsk mit hohem Besuch. Lars Kascha hat voriges Jahr eine Jugendgruppe im Partnerschaftsverein Selenogradsk gegründet.


Elmshorn (mi). Die Jugend wird immer mehr zum Träger der Beziehungen zwischen dem Bezirk Selenogradsk in Russland und dem Kreis Pinneberg. Während der Hauptversammlung des Vereins, der sich für die Partnerschaft der Menschen in den beiden Regionen stark macht, stellte Jugendgruppensprecher Lars Kascha ein umfangreiches Programm seiner noch jungen Abteilung vor.
Im April 2002 hatten zehn Schüler einen Spielplatz für die Bewohner eines Kinderheims in der kleinen Stadt nahe Kaliningrad (ehemals Königsberg/Ostpreußen) errichtet. Diesen Schwung aus dem Projekt habe ich genutzt, um mehr Jugendliche für die Partnerschaft zu begeistern, sagte Lars Kascha. Das Experiment gelang. 16 Jugendliche sind seitdem aktiv. Für ihr erstes Projekt erhielten im November den Stark-Preis für außerordentliches Engagement von Ministerpräsidentin Heide Simonis.
Bereits seit mehreren Jahren nehmen die Mitglieder des Vereins Gastschüler aus Selenogradsk auf. Sie leben rund zwölf Monate in deutschen Familien, gehen zur Schule, legen eine Deutsch-Prüfung ab, praktizieren in der Schule für geistig behinderte Kinder in Appen-Etz. Ich wollte die deutsche Kultur und neue Freunde kennen lernen, sagt Lena Kuschnir. Die 17-Jährige ist eine von sechs aktuellen Gastschülerinnen.
Zumeist sind es Mädchen, die zu uns kommen. Sie sind ehrgeiziger als Jungen, erklärt Gabi Kascha, die Vorsitzende des Vereins auf eine Frage des künftigen Landrats Wolfgang Grimme. Er informierte sich gemeinsam mit dem neuen Kreispräsidenten Burkhard Tiemann und CDU-Fraktionschef Michael Hirsekorn über die vielfältigen Aktivitäten des Vereins.
Tiemann bekundete in seinem kurzen Grußwort, dass für ihn die Partnerschaftsarbeit des Vereins auch eine Herzensangelegenheit sei.
Wenn seine Eltern nicht am Ende des Zweiten Weltkriegs hätten flüchten müssen, wäre er wahrscheinlich in Ostpreußen geboren und aufgewachsen.

Uetersener Nachrichten