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12.11.2003

 


 Partnerschaftsvertrag mit russischem Kreis zum 7. Mal erneuert. Für Kreispräsident Tiemann und Landrat Grimme war es der erste Besuch im Rayon Selenogradsk.Beide führten eine Delegation aus Pinneberg an, um den seit zwölf Jahren währenden Partnerschaftsvertrag mit dem russischen Landkreis bei Kaliningrad (früheres Königsberg) um drei Jahre zu verlängern.Für den gebürtigen Ostpreußen Tiemann war es eine beeindruckende Reise.

Pinneberg/Selenogradsk. Mit Leben erfüllt wird die Partnerschaft der beiden Landkreise in Deutschland und Russland seit Jahren von den Partnerschaftsvereinen. Gabriele Kascha auf der einen und Olga Baraewa auf der anderen Seite organisieren den Schüleraustausch, finanzielle oder materielle Hilfe. So konnte in diesem Jahr der Spielplatz einer Mittelschule in Selenogradsk mit tatkräftiger Hilfe aus Pinneberg gebaut werden.
 Zuvor war bereits das Dach eines Kinderheims, in dem 30 Kinder und Jugendliche im Alter von drei bis 18 Jahren untergebracht sind, durch Spenden erneuert worden. Das Krankenhaus wird seit vielen Jahren durch ärztliche Fortbildung in Deutschland unterstützt. Gerade weilte Wolfgang Sprenger, Verwaltungsdirektor der Krankenhäuser Elmshorn und Uetersen, in dem nur 700 Kilometer entfernten Partnerkreis, um weitere Hilfsmaßnahmen im medizinischen Bereich abzusprechen.
 Kreispräsident Tiemann und Grimme, für die es der erste offizielle Besuch war, zeigten sich beeindruckt. Im Gespräch mit zwei Jugendgruppen erfuhren sie, was diese von einer intensiveren Partnerschaft erwarten würden. Der Wunsch war eindeutig, fasst Tiemann die Bitte zusammen: Mehr Besuche von deutschen Jugendlichen in Selenogradsk, damit der Schüleraustausch nicht nur eine Einbahnstraße wird.
 Denn bislang seien es vornehmlich russische Jugendliche, die Jahr für Jahr als Gastschüler für ein Jahr in den Kreis Pinneberg kämen. Etwa 25 sollen es seit Bestehen der Partnerschaft, die im Jahre 1991 besiegelt wurde, gewesen sein. Umgekehrt sei es bisher nur zu zwei Kurz-Besuchen in das frühere Ostpreußen an der Kurischen Nehrung gekommen, wo die Bewohner im Durchschnitt 75 Euro im Monat verdienen.
 Die offiziellen Vertreter des Kreises Pinneberg versprachen, verstärkt für diesen Schüleraustausch werben zu wollen. Damit diesen Versprechungen auch Taten folgen, wollen zwei junge russische Frauen in diesem Jahr noch ein Konzept dafür erarbeiten. Tiemann war verblüfft. Das war eine spontane Reaktion. Die Jugendlichen brachten sich selber ein. Das ist anders als hier bei uns, wo man die Jugendlichen regelrecht dazu auffordern muss.
 Das habe wohl auch damit zu tun, erklärte Andreas Köhler, Sprecher des Landrats und neuerdings zuständig in der Kreisverwaltung für Europa-Angelegenheiten, dass im Rayon Jugendliche mit einer Art Jugend-Kreistag direkten Einfluss auf dieVerwaltung ausüben könnten.
 Schon im Mai wollen Grimme und Tiemann erneut dorthin reisen. Ich könnte mir vorstellen, sagte Tiemann begeistert, dass es wunderbar wäre, dort auch Urlaub zu machen. Erstmals für drei statt bisher zwei Jahre haben Landrat Wolfgang Grimme und Kreispräsident Tiemann mit dem Leiter der Verwaltung in Selenogradsk, Wladimir Schegeda, die seit zwölf Jahren bestehende gegenseitige Partnerschaft in Russland verlängert.
 
 
 nordClick/uena
Von Burkhard Fuchs