28.04.2004
Viele Tipps für die Gäste aus Selenogradsk
Pinneberg/Selenogradsk - Mehr als 40 Lehrkräfte und Verwaltungsmitarbeiter aus dem russischen Rayon Selenogradsk halten sich zurzeit im Kreis Pinneberg auf. Im Mittelpunkt ihres Besuchs steht ein Begriff: Prävention. Die Gäste aus der russischen Partnerregion hoffen auf Anregungen auf dem Gebiet von Aufklärung und Vorbeugung für junge Menschen. Russlands Jugend, so wissen die Experten aus Selenogradsk, muss gezielt und wirksam geschützt werden: vor Drogen, vor Aids, vor Gewalt und bisweilen auch vor sich selbst.
An Schulen, in Vereinen und anderen Treffpunkten junger Menschen soll die sozialpädagogische Arbeit erheblich erweitert werden. Konzepte, Programme und inhaltliche Vorgaben sind jedoch rar im russischen Bildungssystem. Der Präventionsbedarf ist größer denn je, vor allem deshalb, weil es an Jobs und Ausbildungsplätzen fehlt.
Der Kreis Pinneberg hat den Know-how-Transfer in Sachen Prävention jetzt zum Schwerpunkt der partnerschaftlichen Unterstützung für Selenogradsk gemacht. Kreispräsident Burkhard E. Tiemann erklärte, auf diese Weise könne große Wirkung in einem besonders wichtigen Bereich erzielt werden. Der Schlüssel zum Erfolg liegt dabei auch im persönlichen Einsatz. So ist beispielsweise Kreisjugendpfleger Christoph Helms bereit, nach Selenogradsk zu reisen, um dort Jugendbetreuer zu schulen.
In Pinneberg stellten er und Kripo-Sprecher Frank Lassen den russischen Gästen das Präventionsprojekt "Raub" vor, mit dem erfolgreich die Zahl der so genannten Abzieh-Delikte unter Jugendlichen reduziert wurde. Aids-Beraterin Petra Möller referierte über moderne Ansätze der gesundheitlichen Prävention und Sexualaufklärung für Jugendliche und Erwachsene. Darüber hinaus besichtigte die russische Delegation die Suchtklinik in Bokholt-Hanredder sowie die Quickborner Suchtberatung.
Das Besuchsprogramm war vom Kreis und vom Verein Selenogradsk zusammengestellt worden. Der Verein organisierte auch die Unterbringung der Gäste in Familien im Kreis Pinneberg. Bereits im Mai reist eine offizielle Delegation mit Kreispräsident Tiemann und Landrat Wolfgang Grimme nach Selenogradsk. Dort soll darüber beraten werden, wie die Anregungen aus dem Kreis Pinneberg vor Ort umgesetzt werden können. nb
Pinneberger Zeitung





