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02.11.2004


 

Ein Sonder-Einsatz für die Gäste

Borstel-Hohenraden. Auf einmal ist es lebendig geworden: Erst waren kurz die Martinshörner der Einsatzfahrzeuge zu hören, Blaulicht erleuchtete die Nacht, dann begannen die Mädchen und Jungen der Jugendfeuerwehr Borstel-Hohenraden mit ihrer Arbeit. Sie stellten Scheinwerfer auf, verlegten Schläuche, kuppelten sie aneinander. Alles zu Demonstrationszwecken. Denn am Rande schauten die Besucher einer Feuerwehr-Delegation aus dem russischen Selenogradsk interessiert zu, während Kreiswehrführer Bernd Affeldt das Vorgehen erklärte.

Dabei waren vor allem zwei Jugendliche gefragt: Katja Preuß und Pavel Kaschaev fungierten als Dolmetscher. Die 16-Jährige wohnt zurzeit als Gastschülerin beim ehemaligen Borstel-Hohenradener Wehrführer Affeldt und seiner Frau Frauke. Kaschaev, der ebenfalls 16 Jahre alt ist, war in der Familie ihr Vorgänger gewesen und zum Übersetzen wieder mit nach Deutschland gekommen.

Der Feuerwehr-Nachwuchs zeigte nicht nur den Umgang mit Schläuchen und Wasser, sondern auch Erste Hilfe und verschiedene Knoten. Unter den Augen der Gäste testete Jugendwart Tore Weckwert das Wissen seiner Schützlinge und ließ sie beispielsweise die stabile Seitenlage demonstrieren. Doch auch die Besucher verblüfften die Jugendlichen mit ihrem Können, als sie plötzlich kleine Zaubertricks aufführten. Nach dem informativen Teil folgte der gemütliche: Das Team um Wehrführer Gerd Seidler hatte in der Fahrzeughalle einen Grill aufgestellt und zahlreiche Würstchen hinaufgelegt.

Eine Woche lang reist die siebenköpfige Delegation durch den Partnerkreis Pinneberg. Ihr Anliegen ist es, viel zu lernen und zu sehen. Hintergrund: Im Sommer war eine Gruppe der Wedeler Feuerwehr nach Selenogradsk gefahren und hatte als Spende ausrangierte, aber gut erhaltene Geräte mitgebracht. Affeldt besuchte jüngst über den Verein Selenogradsk die Stadt und wurde dort viel gefragt. „Einiges zur Benutzung der Geräte habe ich gleich zeigen können, aber ich bin schließlich kein Ausbilder“, so der Kreiswehrführer. Dafür sprach er die Einladung in den Kreis Pinneberg aus. Diese nehmen Eduard Kolkin, Chef der für 32 000 Einwohner zuständigen Feuerwehr im Rayon Selenogradsk, und sein Team jetzt wahr. Affeldt: „Wir haben bei der Zusammenstellung des Besuchprogramms darauf geachtet, dass sowohl kleine als auch große Wehren dabei sind.“ Ein Ausflug zur Hamburger Berufsfeuerwehr gehörte ebenso dazu wie die Schulung mit technischem Gerät in Elmshorn.

Unterstützt wird der Austausch vom Verein Selenogradsk. Die Freiwilligen kümmern sich um die Verpflegung der Gäste, die eine Woche lang im Sportlerheim des Wedeler TSV untergebracht sind.

Pinneberger Tageblatt
Von Sonja Frank