31.10.2004
Die Busfahrt war lang gewesen, als die sechs Berufsfeuerwehrleute und der Feuerwehrbegeisterte Pavel aus Selenogradsk am Freitag gegen 15 Uhr in Wedel eintrafen. Am Sonnabendmorgen waren die Brandbekämpfer aus der russischen Partnerregion des Kreises Pinneberg aber fit und voller Tatendrang.
Unter der Anleitung von Kurt Möller aus Elmshorn lernten sie den Umgang mit hydraulischem Rettungsgerät (Schere und Spreizer) bei der Technischen Hilfeleistung an verunfallten Fahrzeugen. Am Nachmittag stand dann die Unterweisung an einer Tragkraftspritze an.
„Für uns ist das eine große Hilfe", sagte Eduard Kolkin, Chef der für 32000 Einwohner im Rayon Selenogradsk zuständigen Feuerwehr. Am Sonntag stand eine Übung unter Atemschutz im Übungshaus des KFV an der Kreisfeuerwehrzentrale auf dem Programm. Die russischen Feuerwehrleute übten an beiden Tagen an Geräten, wie sie die Feuerwehr Wedel vor drei Monaten als Spende nach Selenogradsk gebracht hatte. Eingefädelt hatte dies Kreiswehrführer Bernd Affeldt, der zur gleichen Zeit mit einer Gruppe des Vereins Selenogradsk in die russische Stadt gefahren war. „Ich habe den Jungs dort zwar Einiges zeigen können, darf jedoch keine echte Ausbildung machen.
Dafür, so hatte ich ihnen gesagt, müssten sie schon herkommen", erzählte Affeldt, der bereits zum dritten Mal mit seiner Frau Frauke für ein Jahr eine Schülerin aus Selenogradsk bei sich aufgenommen hat. Katja half auch beim Dolmetschen. Für die weitere Übersetzung, besonders der Feuerwehrfachbegriffe, sorgte Pavel Kachaev. Der 16-Jährige war ebenfalls für ein Jahr im Kreis Pinneberg gewesen und hatte in dieser Zeit bei der Jugendfeuerwehr Barmstedt-Rantzau mitgemacht. Auf Seiten der Feuerwehr Wedel war der ehemalige stellvertretende Wehrführer Jürgen Geschwandtner ein Motor dieser Partnerschaft. Es ist der erste Besuch von Feuerwehrleuten seit Beginn der Partnerschaft vor neun Jahren. Der Verein Selenogradsk half dabei maßgeblich mit. Die Vereinsvorsitzende Gabriele Kascha aus Elmshorn machte sich am Sonnabend selbst ein Bild der Ausbildung, ebenso wie Landesbrandmeister Uwe Eisenschmidt aus Meldorf, der eine Schleswig- Holstein-Fahne als Geschenk mitbrachte. Am Sonntag besuchte Kreispräsident Burkhard E. Tiemann die Feuerwehrleute.
Die ganze kommende Woche über haben die Russen ein volles Programm. Sie schlafen im Sportlerheim des Wedeler TSV und essen auf der Wache der FF Wedel. Den Abschluss bildet kommenden Sonnabend, 6. November, die Teilnahme am letzten Tag des Maschinisten-Lehrgangs (14 Uhr, Wedel, Tonnenhafen).
Programm Montag, 1. November: 9.30 Uhr: Schulung Pflege von Atemschutzgeräten auf der Kreisfeuerwehrzentrale; 17 Uhr: Jugendfeuerwehr Borstel- Hohenraden
Dienstag, 2. November: 9.30 Uhr: Dienst bei der FF Wedel mit Stadtbesichtigung und Fahrt im Feuerwehrboot auf der Elbe; 19 Uhr: Kameradschaftsabend mit dem Vorstand des KFV Pinneberg
Mittwoch, 3. November: 9.30 Uhr: Besichtigung der Berufsfeuerwehr Hamburg
Donnerstag, 4. November: 9.30 Uhr: Besuch der Leitstelle in Elmshorn; weitere Stationen: Firma C. B. König (Halstenbek), FF Halstenbek, FF Elmshorn (Neubau Wache Süd); 17 Uhr: Grillen bei der FF Heede
Freitag, 5. November: zur freien Verfügung, evtl. kurzfristige Besuche bei Wehren
Sonnabend, 6. November: 9.30 Uhr: ergänzende Ausbildung auf der Kreisfeuerwehrzentrale; 14 Uhr: Lehrgangsabschluss Maschinisten in Wedel Sonntag: Abreise nach dem Frühstück.
HL-Live





