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17.08.2004

 

 

Musikalischer Bernstein aus Russland


Bunte, schillernde Gewänder, Stimmen so klar wie Gebirgsquellwasser, grazile Bewegungen, einem leuchtend weißen Schwan gleich - das fasst in knappen Worten zusammen, was sich den Besuchern bei den Aufführungen der Gäste aus Pinnebergs Partnerbezirk Selenogradsk bietet.

Seit 13 Jahren kommen die jungen russischen Künstler in den Kreis Pinneberg. In verschiedenen Städten und Gemeinden begeistern die Tanz- und Gesangsgruppe „Pljassizi“, das Orchester „Mosaica“ und der Chor „Gloria“ die Zuschauer und Zuhörer. Mit dem Programm „Jantar“, was übersetzt Bernstein bedeutet, brennen die Kinder und Jugendlichen im Alter von sieben bis 18 Jahren ein musikalisches Feuerwerk ab, das seinesgleichen sucht.

„Die Hälfte der musikalischen Kinder, die in diesem Jahr durch den Kreis Pinneberg touren, sind zum ersten Mal dabei“, berichtet Gabriele Kascha vom Verein Selenogradsk. Besonders freut sie sich, dass es wieder einmal gelungen ist, alle Gäste bei privaten Familien unterzubringen. Bei den 75 Personen, die die drei Gruppen und ihre Begleiter umfassen, keine einfache Aufgabe.

Moorreges Bürgermeister Karl-Heinz Weinberg freut sich, dass seine Gemeinde für den Auftakt der Tournee ausgewählt wurde. „Ich möchte auch an die Bürger appellieren, unsere Gäste zu unterstützen und möglichst zahlreich zu erscheinen.“ Weinberg selbst hat auch schon die Werbetrommel gerührt. „Ich habe alle Vereine und Schulleiter angeschrieben und gebeten, mit möglichst vielen Besuchern teilzunehmen. Wir müssen diese gute Sache unterstützen.“ Und Kascha fügt hinzu: „Auch für Kinder ist die Aufführung mit den farbenprächtigen Kostümen durchaus geeignet.“
Die Gruppe „Pljassizi“ ist seit Beginn des Austauschs vor 13 Jahren dabei. Auf hohem künstlerischen Niveau präsentieren die Kinder und Jugendlichen zwischen sechs und 15 Jahren russische Tänze und Lieder. Viermal in der Woche trainieren die Mitglieder der Musikschule in der Stadt Selenogradsk (früher Cranz) - auch in den Ferien und am Wochenende gibt es keine Freizeit. Die Kostüme werden von den Kindern mit Hilfe ihrer Eltern selbst genäht. Ein Ziel der Gruppe ist es auch, dass die junge Generation lernt, das russische Kulturgut zu erhalten. Das gemeinsame Üben stärkt zudem die soziale Kompetenz und ist ein wertvoller Stützpfeiler der Jugendlichen auf dem Weg zur Selbstständigkeit. Geleitet wird die Musik- und Gesangsgruppe von Tamara Sidorova, die auch für die Choreografien verantwortlich zeichnet. Als Chormeisterin fungiert Larissa Swastjanowa.

Bereits 1988 wurde das Orchester „Mosaica“ gegründet. Sechs Musiker und zwei Sängerinnen formten die Gruppe, die aus Welijki Novgorod, etwa 220 Kilometer von St. Petersburg entfernt, kommt. Inzwischen gehören dem Orchester 50 Mädchen und Jungen im Alter von zehn bis 18 Jahren an. Geprobt wird im Kinder- und Jugendhaus von Novgorod. Seit drei Jahren besteht eine intensive Partnerschaft mit „Pljassizi“, mit denen auch gemeinsame Aufführungen unternommen werden. Leiter ist Sergey Yakovlev.
Jüngstes „Kind“ in der musikalischen Austausch-Familie ist der 1999 gegründete Chor „Gloria“. Ihm gehören Schülerinnen der Musikschule aus Selenogradsk an, die zwischen zwölf und 15 Jahre alt sind. Das Repertoire umfasst Lieder verschiedener Zeiten und Epochen. Werke von Rachmaninow, Tschaikowsky, Mozart und Mendelssohn kommen ebenso zur Aufführung wie christliche Lieder und Choräle. Die Leitung hat Larissa Tschesnokova.

Karten für das Auftakt-Konzert der drei Gruppen am Donnerstag, 26. August, im Schulzentrum Moorrege, Kirchenstraße 30, sind ab sofort im Vorverkauf erhältlich. Tickets zum Preis von zehn, ermäßigt sechs Euro gibt es bei Edeka Eggers und an der Abendkasse. Beginn ist um 19.30 Uhr.

 

Pinneberger Tageblatt
Von Sönke Rother