18.07.2004
Pinneberg. Nein, einen Urlaub verbringen Natalia Reitor und Anastassija Volkova im Kreis Pinneberg nicht. Die beiden 20 Jahre alten Studentinnen aus dem russischen Partnerschaftskreis Selenogradsk sind für zwei Monate als Praktikantinnen nach Deutschland gekommen, um zu lernen, Erfahrungen zu sammeln und eine ihnen fremde Kultur kennen zu lernen. Organisiert wurde der Austausch von Gabriele Kascha vom Verein Selenogradsk. Sie hat den Kontakt zu den Firmen und Unternehmen im Kreis Pinneberg hergestellt, die Praktikumsplätze anbieten. „Keine leichte Aufgabe. Denn Praktikanten sind immer eine Zusatzbelastung. Das weiß ich aus eigener Erfahrung“, sagte Kascha, bei der die beiden Russinnen während ihres Aufenthaltes wohnen.
Reitor studiert an der Universität Kaliningard im neunten Semester „Ökologie“. Sie hat ein zweiwöchiges Praktikum in der Kreisverwaltung im Fachdienst Umwelt absolviert. Bis zum 23. Juli arbeitet sie beim Abwasserzweckverband, anschließend ist sie beim NABU tätig. „Ich arbeite zurzeit an meiner Diplomarbeit“, sagte Reitor, die wie ihre Kollegin sehr gut Deutsch spricht. Volkova ist ebenfalls Studentin an der Kaliningrader Hochschule. Sie studiert im siebten Semester „Management“. Ihre Praktika absolviert sie im Integrationskindergarten der Lebenshilfe in Elmshorn und bei der Telekom in Halstenbek.
Im Kreishaus berichteten die beiden Russinnen Landrat Dr. Wolfgang Grimme und Kreispräsident Burkhard E. Tiemann über ihre bisherigen Erlebnisse. „Ausländische Berufspraktika bieten gute Möglichkeiten, Erfahrungen auf interessanten beruflichen Gebieten zu sammeln, die einen engen Bezug zur eigenen Ausbildung oder zum gewählten Beruf haben“, sagte Grimme. Allein das Zurechtkommen in einer fremden Umwelt sei von unschätzbarem Wert. Grimme macht sich gemeinsam mit Kascha und Tiemann dafür stark, dass aus der „Einbahnstraße eine Zweibahnstraße“ wird. In Zukunft sollen auf Schulebene Jugendliche aus dem Kreis Pinneberg in den Rayon Selenogradsk reisen. Im September wird eine zehnte Klasse des Uetersener Ludwig-Meyn-Gymnasiums nach Russland reisen. „Nach viel Überzeugungsarbeit“, wie Kascha betonte.
Kreispräsident Tiemann appelliert an alle Unternehmen im Kreis Pinneberg, interessante Praktikumsplätze anzubieten: „Damit die Beziehungen zwischen den Kreisen noch enger werden.“ Unternehmer und Praktikum-Interessenten erhalten mehr Informationen bei Gabriele Kascha unter (0 41 21) 92 23 85 oder in der Kreisverwaltung unter (0 41 01) 21 22 56.
Pinneberger Tageblatt
Von Christian Brameshuber





