Presse     
     
    2002  
    2003  
    2004  
    2005  
    2006  
    2007  
    2008  
    2009  
    2010  
    2011  

Zeitung

Wechselkurs

Sparkasse Südholstein

21.11.2004

 

 

SPD-Kreisverband zeichnet Verein Selenogradsk mit Walter-Damm-Preis aus


 
Für seine Verdienste um die Partnerschaft mit dem russischen Rayon Selenogradsk ist gestern der Verein Selenogradsk vom SPD-Kreisverband mit dem Walter-Damm-Preisausgezeichnet worden. Ministerpräsidentin Heide Simonis hielt die Laudatio.
 
 Appen/Pinneberg/Selenogradsk. Die Jury hatte die Qual der Wahl. Aus 24 Vorschlägen mußten die fünf Juroren den diesjährigen Träger des Walter-Damm-Preises bestimmen. Sie entschieden sich für den Verein Selenogradsk. Dieser Verein redet nicht nur von Völkerverständigung, er lebt sie auch, zitierte der SPD-Kreisvorsitzende Hans-Helmut Birke ein Jury-Mitglied.
 Eine gute Wahl, fand auch Ministerpräsidentin Heide Simonis. Sie würdigte in ihrer Laudatio die vielfältige Arbeit des Vereins. Seit neun Jahren pflegt der Verein die Partnerschaft zwischen dem Rayon Selenogradsk im ehemaligen Ostpreußen und dem Kreis Pinneberg. Der Verein bietet Schüleraustausche und Ferienfreizeiten an, organisiert Reisen nach Selenogradsk, unterstützt dort das Krankenhaus und ein Kinderheim, betreut ein Projekt für behinderte Kinder und die Jugendgruppe baut seit drei Jahren Spielplätze für Kindergärten in Selenogradsk.
 Die Partnerschaft finde auf gleicher Augenhöhe statt und werde von den 230 Mitgliedern auf deutscher und 150 Mitgliedern auf russischer Seite aktiv gelebt, stellte Heide Simonis fest. Angesichts der Vielzahl und der Qualität der Projekte würdigte die Ministerpräsidentin: Hier engagieren sich Menschen mit Leidenschaft und Neugier, mit Herz und Verstand sowie mit Professionalität und Kreativität.
 Heide Simonis sah in der Arbeit des Vereins auch einen Beitrag zur Aussöhnung zwischen Deutschen und Russen.
 Motor des Vereins ist die Familie Kascha aus Elmshorn. Mutter Gabriele führt den Vorsitz, ihr Sohn Lars die Jugendgruppe und Mann Gerhard organisiert Reisen und pflegt die Internet-Seite. Die Auszeichnung ist daher auch ein Stückweit das Verdienst dieser Familie. Eine Familie, die Völkerverständigung auch ganz privat lebe, wie Heide Simonis sagte. Immerhin wohnt die Tochter zusammen mit ihrem amerikanischen Ehemann in den Vereinigten Staaten.
 In ihrer Dankesrede betonte Gabriele Kascha vor allem das Engagement der Mitglieder und der vielen deutschen Gastfamilien, die den Ruf Hilfe die Russen kommen nicht als Bedrohung, sondern als Herausforderung betrachtet hätten. Ohne die würde die Arbeit nicht funktionieren, sagte Gabriele Kascha, die zusammen mit ihrem Mann, ihrem Sohn sowie drei Gastschülern, die für ein Jahr im Hause Kascha leben, zur Preisverleihung gekommen war.

Uetersener Nachrichten
Von Sebastian Kimstädt