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22.11.2004

 

 

Auszeichnung: Der Verein "Selenogradsk"erhielt jetzt den Walter-Damm-Preis der SPD - überreicht von der Ministerpräsidentin Heide Simonis


Appen/Kreis Pinneberg - "Der Verein redet nicht von Völkerverständigung, sondern füllt sie mit Leben aus!" Mit diesen Worten zitierte der SPD-Kreisvorsitzende Hans-Helmut Birke am Sonntag im Appener "Bürgerhaus" das (Wert-)Urteil eines Mitglieds der Jury, die über die Vergabe des "Walter-Damm-Preises" zu befinden hatte. Aus 24 Vorschlägen fiel dabei die Wahl auf den Verein "Selenogradsk", der sich seit zehn Jahren mit riesigem Engagement und auf verschiedenen Ebenen um die Partnerschaft mit dem russischen Rayon Selenogradsk in der Region um Kaliningrad, dem früheren Königsberg, kümmert.

Die schleswig-holsteinische Ministerpräsidentin Heide Simonis (SPD), die die Laudatio hielt, sagte über das vorbildliche Wirken des Elmshorner Ehepaares Kascha und ihrer 230 organisierten Mitstreiter: "Hier engagieren sich Menschen mit Leidenschaft und Neugier, mit Herz und Verstand, mit Professionalität und Kreativität." Sie sei "schwer beeindruckt", so die Landesmutter.

"Preis für soziale Initiativen" - so hat der SPD-Kreisverband den zum nunmehr neunten Mal vergebenen und mit 1500 Euro dotierten "Walter-Damm-Preis" überschrieben. Man schaffe ein "passendes und dauerhaftes Andenken" an den Namens-Paten, so Heide Simonis. Der Appener Walter Damm - er wäre in diesem Jahr 100 geworden - war 1945 erster frei gewählter Landrat im Kreis, später unter anderem Landesminister für Umsiedlung und Aufbau. Mit der Auslobung des Preises, so SPD-Kreischef Birke, wollten die Genossen eine "Würdigung der vielen Menschen, die im Kreis Pinneberg ehrenamtlich tätig sind". Die Ministerpräsidentin sagte in Appen, ehrenamtliche Arbeit sei "Ausdruck solidarischen Miteinanders": "Wenn alle ein Ehrenamt übernehmen, wäre es besser für die, die heute zehn Ämter haben."

Der Verein "Selenogradsk" organisiert unter anderem Austausch-Programme, Kulturveranstaltungen und Reisen; vermittelt in beiden Ländern die Unterbringung von Gastschülern; setzt sich auch gerade für behinderte Menschen, ein Kinderheim und das Krankenhaus der Stadt Selenogradsk ein. "Richtige Völkerverständigung wächst von unten", so Heide Simonis über das Knüpfen partnerschaftlicher und freundschaftlicher Bande zwischen Deutschen und Russen.

So sieht es auch Gabriele Kascha, die in Appen zusammen mit ihrem Mann Gerhard den "Walter-Damm-Preis" entgegennahm: "Wir betreiben die Politik an der Basis - und wir helfen damit, Kriege zu verhindern." Praktisch wie sie ist, warb die Elmshornerin gleich unter den versammelten Sozialdemokraten um eine Mitgliedschaft in ihrem Verein.

Pinneberger Zeitung
Von Bernd-Olaf Struppek