22.11.2004
Kreis-SPD verleiht Walter- Damm-Preis an den Verein Selenogradsk aus Elmshorn
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Appen/Elmshorn (buf). Der Elmshorner Verein Selenogradsk ist gestern in Appen mit dem Walter-Damm-Preis ausgezeichnet worden, den der SPD-Kreisverband seit 1995 für vorbildliches ehrenamtliches soziales Engagement an Menschen und Initiativen verleiht. "Dieser Verein redet nicht nur von Völkerverständigung, sonder er füllt sie lebendig mit praktischen Dingen aus", hob SPD-Kreisvorsitzender Hans-Helmut Birke vor 150 Gästen im Appener Bürgerhaus hervor. Ministerpräsidentin Heide Simonis hielt die Festansprache.
Es war bereits das zweite Mal, daß die Chefin der Landesregierung persönlich die ehrenamtliche Arbeit würdigte, die hier ein Verein im Kreis Pinneberg vorbildlich leistet. Bei der fünften Preisvergabe an den Elmshorner Schulleiter Hans-Peter Frauen für sein Engagement mit den christlichen Pfadfindern war es auch Heide Simonis, die den mit 1500 Euro dotierten Preis überreichte.
Der Verein Selenogradsk war aus 24 Vorschlägen ausgewählt worden. Zum vierten Mal war es eine Organisation aus Elmshorn, die die SPD für preiswürdig erachtete. Der Verein, der sich nach einer Stadt bei Kaliningrad, dem früheren Königsberg benennt, unterstützt ein Krankenhaus und ein Heim für Straßenkinder in Russland, hat dort drei Spielplätze gebaut und beherbergt jedes Jahr gut 300 Jugendliche und Erwachsene aus Russland bei Gastfamilien im Kreis Pinneberg. Zudem organisiert der Verein Fahrten nach Russland und finanziert für ein Jahr die Schul- und Berufsausbildung von jungen Russen in Schulen und Betrieben des Kreises Pinneberg, stellte die Initiatorin und Vereinsvorsitzende Gabriele Kascha dar.
Sie erinnere sich noch an die Warnungen von früher, die da lauteten: "Hilfe, die Russen kommen", sagte die 50 Jahre alte Elmshornerin über ihr Engagement, das vor fast zehn Jahren begann. "Wir müssen lernen, mit den fremden Dingen zu leben. Und wir haben nur die Chance dazu, wenn wir uns persönlich begegnen." Der Verein lebe von Spenden und seinen 230 Mitgliedern, sagte Gabriele Kascha. "Es ist eine Partnerschaft, die längst über die Grenzen des Kreises hinausgewachsen ist."
Ministerpräsidentin Heide Simonis, die selbst die Stadt Selenogradsk kennengelernt hat, zog eine Parallele zur Ostpolitik des früheren Kanzlers Willy Brandt Ende der 60er Jahre. Diese habe den Grundstein für die Aussöhnung mit den osteuropäischen Ländern legen können, sagte die Ministerpräsidentin. "Richtige Völkerverständigung wächst von unten. Dazu leisten Sie, liebes Ehepaar Kascha, liebe Mitglieder des Vereins, ganz wichtige und notwendige Basisarbeit hier im Kreis Pinneberg." Dieser Verein sei für sie "ein herausragendes Beispiel unter vielen in Schleswig-Holstein", die sie zuversichtlich in die Zukunft blicken ließen. "Das macht mir Hoffnung auf eine lebendige, europäische Bürgergesellschaft mit Offenheit und Toleranz, Solidarität, Freiheit und Gerechtigkeit."
Elmshorner Nachrichten.





