30.08.2005
Völkerverständigung von unten
Barmstedt. „Zehn Jahre lang ist es uns gelungen, diesen Verein mit Leben zu erfüllen“, resümierte Gabriele Kascha, die Vorsitzende des Vereins „Selenogradsk“ gestern im Barmstedter Victor-Andersen-Haus des Kreisjugendrings zu Beginn der Feierstunde. Sie fand anlässlich des zehnten Geburtstags der Partnerschaft zwischen dem Kreis Pinneberg und der Rayon (Region) Selenogradsk statt. „Wir wollten von Anfang an Partner sein, nicht die guten Tanten und Onkels“, betonte sie und berichtete dann von den vielfältigen Aktivitäten der vergangenen Jahre.
Am einfachsten sei die Zusammenarbeit im musikalischen Bereich gewesen, hier verstehe man sich ohne viele Worte. Schüleraustausch und Besuche im jeweils anderen Land seien inzwischen feste Einrichtungen ebenso wie die Hilfen für ein Kinderheim. „Neu ist die Partnerschaft zwischen den Feuerwehren“, berichtete Kascha weiter. „Wir haben mit euch neue, begeisterte Unterstützer gefunden“, lobte die Vorsitzende.
Das Engagement des Vereins habe auch dazu beigetragen, dass es eine erste integrative Kindergartengruppe gibt und in Kürze ein Senioren-Caf eingerichtet werden könne. Ihr besonderer Dank aber gelte all den viele Gastfamilien, die immer wieder gern Besucher bei sich aufnähmen. Zuletzt bedankte sich Kasch beim Hauptsponsor, der Stiftung der Sparkasse Südholstein, ohne die „vieles überhaupt nicht möglich gewesen wäre“.
In seinen Grußworten sagte Kreispräsident Burkhard E. Tiemann (CDU), dass es wohl „eine der leichtesten Übungen ist, auf diesen Verein eine Laudatio zu halten“. Es bedürfe vieler Menschen, eine derartige Hilfe zur Selbsthilfe auf gleicher Augenhöhe umzusetzen, sagte Tiemann. Dies sei auch ein Grund, weshalb der Kreis Pinneberg kürzlich per einstimmigem Beschluss Vereinsmitglied geworden sei. „Völkerverständigung wächst von unten - ihr Verein leistet dazu einen unbezahlbaren Beitrag.
Auch die Bundestagsabgeordneten Dr. Ernst Dieter Rossmann (SPD), Dr. Ole Schröder (CDU) und Rainder Steenblock (Grüne) sparten nicht an Dankesworten für das Engagement des Vereins und der Familie Kascha. Deren Sohn Lars, Leiter der Jugendgruppe, berichtete von Schwierigkeiten und Erfolgen der Jugendlichen, die für 2006 ein Projekt mit dänischen, russischen und deutschen Teilnehmern planten. Musikalisch wurde die Feier vom Chor „Gloria“ der Kunst- und Musikschule Selenogradsk umrahmt.
Pinneberger Tageblatt
Von Ute Springer





