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15.03.2006

 

 

Selenogradsk: Zehn Jahre Partnerschaft in Wort und Bild. Eine Chronik dokumentiert die Kooperation des Kreises Pinneberg mit dem ehemaligen Cranz.

Zehn Jahre Freundschaft, "verpackt" in 290 Seiten - wer aus erster Hand erfahren möchte, wie sich Vertrauen und Partnerschaft zwischen Russen und Deutschen trotz mancher Hürden im Verlauf einer Dekade entwickelt haben, sollte sich die jetzt erschienene Chronik des Vereins Selenogradsk nicht entgehen lassen.

Als sich Gabriele Kascha 1995 vornahm, mit der Vereinsgründung die seit 1991 bestehende offizielle Partnerschaft zwischen dem Kreis Pinneberg und dem Rayon Selenogradsk, dem ehemaligen Cranz, mit Leben zu erfüllen, dürfte sie den Umfang der damit verbundenen Arbeit und Aufgaben kaum erahnt haben. Mittlerweile hat der Verein 240 Mitglieder, und die Aktivitäten auf beiden Seiten sind so umfangreich geworden, daß sie ein ganzes Buch füllen.

"Diese zehn Jahre haben unser Leben verändert", schreibt beispielsweise Tamara Sidorova, die Leiterin der Musikschule Selenogradsk. "Durch den Verein Selenogradsk haben wir begonnen zu glauben, daß wir vieles im Leben erreichen können, wenn wir mehr arbeiten und wenn wir freundlicher und aufgeschlossener sind". Mehr als 100 Konzerte haben die Mitglieder des Vereins Selenogradsk für die Musikschule organisiert, "mit Hilfe dieser Reisen begannen wir, an uns zu glauben".

Nur ein kleiner Auszug aus vielen Beiträgen, die den beeindruckenden Brückenschlag zwischen zwei Völkern dokumentieren, nachdem Glasnost und Perestroika die Mauern öffneten. Wie groß die Bandbreite der gemeinsamen Projekte im Laufe der Jahre wurde, ist erstaunlich: Neben der Musikschule ist dem Austausch deutscher und russischer Jugendgruppen ein Kapitel gewidmet, ebenso dem Projekt sozial schwache Kinder, dem Kinderheim Istok, dem Schüleraustausch und den Gastschülern.

Feuerwehrpartnerschaft, die Kooperation der Krankenhäuser, die engen Beziehungen des Vereins zur KGSE Gesamtschule Elmshorn, zum Kreisjugendring und zum Kreissportverband sind ebenso beschrieben wie das Kapitel Deutschkurse, Behindertenbetreuung oder Preisverleihungen. Nicht zu vergessen die Grußworte vom Kreispräsidenten über Unterstützer und Sponsoren bis zu Politikern und Verwaltungsspitzen beider Seiten.

Gabriele Kascha beschreibt aber auch den Frust , den der "Visa-Formalismus" weiter mit sich bringt - mittlerweile nicht nur bei russischen, sondern auch bei deutschen Behörden. Im Vordergrund stünden aber die vielen Freuden und Menschen auf beiden Seiten, für die es sich lohne, weiterzuarbeiten.


Von Manfred Augener

Pinneberger Zeitung