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19.08.2006

 

 

Kreis Pinneberg: Hilfstransport der Feuerwehren. Delegation des Kreisfeuerwehrverbandes startete mit ausrangiertem Material in den russischen Partnerkreis.

2600 Feuerwehrleute wachen über die knapp 300 000 Bürger im Kreis Pinneberg. Im russischen Partnerkreis Selenogradsk, bezogen auf die Fläche vergleichbar groß, sind es nur 30 Wehrmänner, die für die Sicherheit von 32 000 Bewohnern verantwortlich sind. Die Anfahrtszeiten können bis zu 40 Minuten betragen - und die Ausstattung der Wehr ist erschreckend.

Um das zu ändern, startete am Donnerstag eine Delegation des Kreisfeuerwehrverbandes von Wedel in die russische Enklave an der Ostsee. Die drei Fahrzeuge sind voll gepackt - mit ausrangiertem, funktionsfähigen Material.

"Wir haben ein Rundschreiben an alle Wehren im Kreis geschickt und gefragt, was sie entbehren können. Die Resonanz war gewaltig", berichtet Kreiswehrführer Bernd Affeldt. Er führt die neunköpfige Delegation gemeinsam mit Wedels früherem Vize-Feuerwehrchef Jürgen Geschwandtner an. Letzterer hatte bereits 2004 einen ähnlichen, wenn auch kleineren Hilfstransport organisiert.

Wenig später war Affeldt nach Selenogradsk gereist. Er stellte damals fest, dass die alten Ausrüstungsgegenstände hochwillkommen waren, die russischen Partner jedoch mit ihnen gar nicht umgehen konnten. Daraufhin lud er voriges Jahr acht Feuerwehrleute zur technischen Einweisung in den Kreis Pinneberg ein.

Diesmal umfasst die Lieferung unter anderem eine Tragluftspritze, Kohlenstoffdioxid- und Pulverlöscher, Armaturen und Schläuche, Schutzkleidung, Helme sowie ein Schlauchboot. Das Material ist älter und darf in Deutschland laut Vorschriften nicht mehr genutzt werden. Weil noch etwas Platz in den Lkw war, können auch einige Hilfsgüter für Krankenhaus, Kinderheim und Musikschule transportiert werden.

Die Delegation traf am Freitagabend nach 1100 Kilometer Fahrstrecke in Selenogradsk ein. Bis Sonntag sollen die dortigen Berufsfeuerwehrleute den Umgang mit der für sie ungewohnten Technik lernen, dann machen sich Affeldt und Co. wieder auf den Heimweg. Als Dolmetscherin haben sie Lena Kuschnir mitgenommen. Sie war einst für ein Jahr als Gastschülerin im Kreis, ist nun für einen längeren Aufenthalt zurückgekehrt und wohnt bei der Familie des Kreiswehrführers.

Von Arne Kolarczyk
Pinneberger Zeitung