24.08.2006
„Es bewegt sich etwas – und zwar rasant.“ Der Kreis Pinneberger Landrat Dr. Wolfgang Grimme (CDU) ist beeindruckt von der Entwicklung des Partnerkreises Selenogradsk. Gestern zog er gemeinsam mit dem Kreispräsidenten Burkhard E. Tiemann (CDU) ein Resümee über die jüngste Reise einer Delegation in den russischen Partnerkreis, zu der auch einige Kreistagsabgeordnete gehörten. Das Ergebnis der Reise: Die Partnerschaft zwischen Pinneberg und Selenogradsk wird sich in den kommenden Jahren verändern.
„Selenogradsk ist eine wachsende und boomende Region“, sagte Grimme und fügte hinzu: „mit Vollbeschäftigung.“ Arbeitskräfte müssten mittlerweile importiert werden. Bezogen auf die Immobilienpreise sei Selenogradsk eine der teuersten Regionen in Russland. Grimmes Schlussfolgerung: „Die Pinneberger sind nicht mehr der reiche Partner, der Geschenke ins Armenhaus tragen muss.“ Statt finanzieller Hilfe werde es in Zukunft einen Austausch auf einem anderen Niveau geben.
Ein Beispiel für die neue Qualität der Partnerschaft haben die beiden Kreise jüngst „festgeklopft“. Pinneberg wird Selenogradsk bei der Entwicklung eines Abfallwirtschaftskonzeptes behilflich sein. Grimme hofft zudem auf Unternehmer aus dem Kreis, die sich in Russland engagieren. „Ich möchte einmal mit Firmen-Inhabern in die Partnerregion reisen“, sagte der Landrat. Die Empfehlung des Verwaltungschefs kommt guten Gewissens. In Politik, Verwaltung und Wirtschaft gebe es verlässliche Partner.
Trotz einer möglichen Neuausrichtung betonte Grimme die bisherige Form der Kontaktpflege durch die beiden Partnerschaftsvereine in Selenogradsk und Pinneberg. „Das Fundament ist super“, sagte er.
Hauptgrund der Reise der elfköpfigen Delegation aus Pinneberg war die Fortschreibung des Partnerschaftsvertrags. „Das Protokoll wird alle drei Jahre fortgeschrieben“, erläuterte Tiemann. Neu aufgenommen sei der Erfahrungsaustausch von Pflegekräften zusätzlich zu den bestehenden Ärztekontakten.
Ebenfalls neu festgeschrieben wurde eine engere Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung und Kultur. Zudem sei festgelegt worden, die beiden Partnerschaftsvereine noch stärker in die Beziehungen einzubinden. Tiemann berichtete darüber hinaus, dass die Delegation dem Krankenhaus in Selenogradsk eine Spende in Höhe von 15000 Euro überreicht hat.
Pinneberger Tageblatt
Von Thomas Klink





