31.08.2006
Jugendliche aus Russland singen und tanzen in Heidgraben.Junge Musiker und Tänzer aus Russland haben Senioren aus Heidgraben mit auf eine musikalische Reise in ihre Heimat genommen. Es war der zwölfte Auftritt dieser Art in der kleinen Gemeinde.
Heidgraben. Der Boden bebte, das Besteck auf den Kuchentellern vibrierte und die Lampen im Saal des Gemeindezentrums schwankten bedrohlich. Der Auftritt der Tanzgruppe aus Krasnodar im Süden Russlands steckte voller Temperament. In Kosakenuniform und Bauerntracht wirbelten die Jungen und Mädchen zu Balalaika- und Akkordeonklängen durch den Raum. Das bei den Sprüngen und Drehungen nichts und niemand zu Schaden kam, war nicht zuletzt der perfekten Körperbeherrschung der Tänzer zu verdanken. Immerhin lernen sie ihre Choreographie jeweils vier Stunden lang an sechs Tagen in der Woche.
Nicht weniger perfekt war die Stimmgewalt der Gesangsgruppen aus Krasnodar und Selenogradsk. Die Mädchen und jungen Frauen sangen kraftvoll alte russische Volkslieder voller Lebensfreude und nahmen die mehr als 100 Besucher im Heidgrabener Gemeindezentrum mit auf eine etwa einstündige musikalische Reise nach Russland. Dabei wurden sie vom Orchester „Mozaica“ aus Novgorod bei St. Petersburg instrumental begleitet. Bereits eines der ersten Lieder, das die Musiker sangen, war ein herzlicher Dank für die Gastfreundschaft und eine Einladung in ihre Heimat. Und zumindest diese eine Stunde, waren die Zuschauer tatsächlich zu Besuch in dem weiten Land von Kaliningrad bis Wladiwostok. Und am Ende tanzten nicht nur Musiker und Tänzer, sondern (nach Aufforderung) auch Bürgermeister Udo Tesch (SPD) sowie zahlreiche Gäste. Der Funken war, wie zuvor von Gabriele Kascha, der Vorsitzenden des Vereins Selenogradsk, angekündigt, übergesprungen.
Der Partnerschaftsverein hatte zum zwölften Mal zusammen mit der Gemeinde, der Arbeiterwohlfahrt und dem Sozialverband den Auftritt der jungen russischen Musiker für die Heidgrabener Senioren auf die Beine gestellt. „Wir gehören schon zum Inventar“, scherzte Gabriele Kascha und bedankte sich bei den Heidgrabenern für die Gastfreundschaft in den vergangenen Tagen. Auch die Musiker bedankten sich. Udo Tesch bekam von den jüngsten, gerade einmal sieben Jahre alten Tänzern, eine russische Fahne geschenkt. Er versprach, die Standarte im Sitzungsraum aufzustellen und betonte, die jungen Musiker seien die besten Botschafter ihres Landes. „Ihr sorgt für Frieden zwischen den Völkern. Auf das es niemals wieder zum Krieg kommt“, sagte Tesch zum Abschluss und lud die Russen noch zum gemeinsamen Grillen ein.
Uetersener Nachrichten





