04.09.2006
Russisches Temperament und Lebensfreude, die begeistert: Mit einem Feuerwerk aus Tanz, Musik und prachtvollen Kostümen verabschiedeten sich am vergangenen Sonntag junge russische Künstler der Musikschule Selenogradsk aus dem Kreis Pinneberg. Vor ausverkauftem Saal sorgten Tanz- und Musikgruppen aus Pinnebergs weißrussischenm Partnerkreis für außergewöhnlich gute Stimmung im Theater Wedel. Es war die letzte Station der traditionellen zweiwöchigen Konzertreise. In diesem Jahr war mit den folkloristischen Auftritten sogar ein Geburtstag verbunden: Seit 15 Jahren besteht die Verbindung zwischen Ost und West.
Mit dabei war das Orchester Mosaica aus Novgorod, das mit traditionellen Instrumenten wie Balalaika, Akkordeon und Dorma die Bühnendarbietungen begleitete. Mit schönen Gesängen und farbenprächtiger Folklore präsentierte sich die Musikgruppe Pljassizi von der Kunst- und Musikschule Selenogradsk. Ihre ersten Bühnenerfahrungen in Deutschland machte eine Tanzgruppe aus Krasnodar, die mit rasanten und hochprofessionellen Choreografien überzeugte. Die 70 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen sieben und 18 Jahren waren während ihrer 14-tägigen Tournee in Gastfamilien untergebracht. „Ich bin das erste Mal überhaupt im Ausland“ erklärt die 14-jährige Tänzerin Anastasia Sencowa aus Krasnodar. Auch wenn alles sehr neu sei, bei ihrer Gastfamilie in der Wedeler Marsch fühle sie sich wohl. Andere, wie Anton Jakowlew (18) aus Nowgorod, kommen schon seit Jahren und kennen einige ihrer Gastgeber bereits. An der Musikschule in Selenogradsk werden die Nachwuchstalente auf Elite-Karrieren vorbereitet. „Die jungen Tänzer und Musiker proben täglich vier Stunden“, erklärt Gabriele Kascha, Vorsitzende des Vereins Selenogradsk, der den Austausch zwischen den Partnerkreisen fördert.
So unterstützen beispielsweise die Stadtwerke Wedel seit Beginn der Partnerschaft die guten Beziehungen durch kostenloses Badevergnügen für die Kinder.
Auch in diesem Jahr war die Reisegruppe der Plantsch-Einladung von Stadtwerke- und Kombibad-Geschäftsführer Matthias Wendel gefolgt, der gemeinsam mit Badebucht-Manager Frank Lambertz einen Badetag für die 70 Jungen und Mädchen sowie zehn Betreuer sponserte: Bevor es „ernst“ wurde, konnte sich die „Meute“ noch einmal abkühlen und die Ausstrahlung der im Sommer eröffneten Badelandschaft genießen. Die Mitwirkenden in insgesamt drei Tanz- und Gesanggruppen haben sich nach Ansicht von Günter Helms diesen Aufenthalt in der Badebucht redlich verdient: „Die Arbeit dieser Kinder ist von so hervorragendem Niveau und von so großer Disziplin und Ausdauer geprägt, das findet man in Deutschland nicht mehr“, erzählte Helms, der sich seit zwölf Jahren in der Rolandstadt für den Verein Selenogradsk einsetzt.
„Seit 1994 kommen die russischen Künstlergruppen regelmäßig in den Kreis Pinneberg, und das Wedeler Publikum hat sich als besonders treu erwiesen“, so Selenogradks-Vereinsvorsitzende Kascha. „In Wedel treten wir besonders gern auf“, bestätigte Tamara Sidorova, Leiterin der Kunst- und Musikschule Selenogradsk. Kascha und Sidorova bedankten sich bei Stadtpräsidentin Sabine Lüchau und Bürgermeister Niels Schmidt für die tatkräftige Unterstützung des Projekts.
Von Sebastian Höhn und Natalie Kordowski
Pinneberger Tageblatt





