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24.01.2006

 

 

Selenogradsk: Junger Russe kümmert sich um die Partnerschaft. Die Beziehungen mit dem Kreis Pinneberg leben auch vom Einsatz vieler Austauschschüler.

Erst in einer Woche wird er 18 Jahre alt, doch wenn es um die Partnerschaft zwischen dem Kreis Pinneberg und dem Rayon Selenogradsk geht, ist Pawel Kaschaew bereits ein "alter Hase". In seiner Heimatstadt leitet er den Jugendrat, dreimal half er Besuchern aus dem Kreisgebiet beim Bau von Spielplätzen in Selenogradsk, hier wie dort wirbt er für den Schüleraustausch, und wenn Vertreter der Feuerwehren die deutsch-russischen Kontakte vertiefen, ist Pawel Kaschaew garantiert dabei. Um seine deutschen Freunde besuchen zu können, verzichtete er Anfang Januar sogar aufs russische Weihnachtsfest. "Deutschland ist meine zweite Heimat", sagt er mit ehrlicher Begeisterung.

Für Pawel war es bereits der achte Besuch im Kreis Pinneberg, erneut wohnte er bei seiner Gastfamilie in Bullenkuhlen. Dort verbrachte er von 2003 bis 2004 ein komplettes Jahr als Austauschschüler - eine Erfahrung, die Eindruck hinterließ. Praktika in einem Kindergarten, beim Rettungsdienst und bei der Feuerwehr in Hamburg sowie Besuche in der Kreisverwaltung ermöglichten ihm neben dem Unterricht an der Barmstedter Chemnitz-Schule tiefe Einblicke in den deutschen Alltag und Kontakte.

Auch für den Verein Selenogradsk ist der junge Mann, der von seinen Freunden "Pascha" gerufen wird, zu einem wertvollen Helfer geworden. Die Vorsitzende Gabriele Kascha lobt ihn als "zuverlässig und sehr aktiv". "Pascha ist ein Klasse-Junge", sagt sie, manchmal müsse sie seinen Tatendrang sogar bremsen. Zumal, wie Gabriele Kascha auch weiß, in Selenogradsk nicht alle Landsleute sein Engagement ohne Vorbehalte unterstützen. Manche Lehrer beäugen seinen engen Draht nach Pinneberg durchaus skeptisch.

In Selenogradsk muß Pawel in diesem Jahr den Schulabschluß schaffen, anschließend hofft er auf eine Ausbildung bei der Feuerwehr - ob in Rußland oder Deutschland, ist ihm dabei gleich. Auf jeden Fall plant Pawel Kaschaew in Selenogradsk, eine Jugendwehr zu gründen. Dafür holt er sich Tips beim Kreisfeuerwehrverband in Pinneberg. "Ich habe hier viel gelernt", sagt er, "und es kommt noch mehr dazu."

Im April werden Feuerwehrleute aus Wedel nach Selenogradsk reisen, auch der Gegenbesuch ist schon geplant. Pawel wird wieder dabeisein, um weitere Erfahrungen zu sammeln und als Dolmetscher zu agieren. Der Verein Selenogradsk finanziert seine Reisen und half auch beim Perfektionieren seiner Deutsch-Kenntnisse. "Beim Lernen unterscheidet sich Pascha nicht so sehr von anderen Jugendlichen, aber ich war eine strenge Lehrerin", scherzt Gabriele Kascha.

Ähnlich wie Pawel haben auch andere Gastschüler nach ihrer Rückkehr eine wichtige Rolle bei der Förderung der Kontakte gespielt und beispielsweise dafür gesorgt, daß es inzwischen sowohl im Kreis Pinneberg als auch in Selenogradsk eine Jugendgruppe des Partnerschaftsvereins gibt. "Es ist wichtig", so Gabriele Kascha, "daß gerade Jugendliche die Idee weitertragen und die Partnerschaft leben."

Bereits im August werden die nächsten Gastschüler erwartet. Acht Mädchen und Jungen im Alter von 15 und 16 Jahren wollen ebenfalls das Abenteuer Deutschland wagen. Um alle unterzubringen, werden noch Gastfamilien gesucht. Interessenten können sich beim Verein Selenogradsk unter 04121/923 85 melden.

Pinneberger Zeitung