28.07.2007
20 Kinder aus Selenogradsk besuchen die Wache an der Peterstrasse
Die Größe und die Vielseitigkeit der Fahrzeuge ist an sich schon beeindruckend. Aber spätestens als mit ohrenbetäubendem Lärm das Martinshorn durch die Elmshorner Feuerwache Nord an der Peterstraße schallte, waren die 20 Kids aus dem Rayon Selenogradsk hin und weg.
Die Heranwachsenden im Alter zwischen 9 und 16 Jahren erfuhren gestern alles über Arbeit und Ausrüstung der Brandschützer. Die Delegation aus dem Partnerkreis ist eine Woche in der Jugendbildungsstätte in Barmstedt zu Gast. Bereits zum 11. Mal hat der Elmshorner Verein Selenogradsk die Reise für Kinder aus armen Verhältnissen organisiert. Die Hälfte von ihnen stammt aus dem Kinderheim Istok, die übrigen aus sozial bedürftigen Familien aus dem Umfeld von Selenogradsk.
Während des Aufenthalts im Kreis hatten Vereinschefin Gabriele Kascha und der Kreisjugendring als Kooperationspartner ein großes Ausflugspaket geschnürt. Oft fuhren deutsche und russische Kinder gemeinsam mit. "Das hat toll funktioniert, alle waren sehr offen", so Gabriele Kascha. So standen Besuche im Multimar-Wattforum in Tönning, in der Seehundaufzuchtstation in Friedrichskoog, dem Tierpark in Neumünster oder auch dem Safari-Park in Hodenhagen auf dem Programm.
Bei letzterer Exkursion musste die Gruppe, verstärkt durch zehn einheimische Kinder der Aktion Ferienpass des KJR, eine mehr als zweistündige Zwangspause einlegen, weil der aus Russland stammende Reisebus von Polizei und TÜV stillgelegt wurde (wir berichteten). "Die vom TÜV haben den Kindern die Wartezeit auf einen Ersatzbus mit Verpflegung und Malbüchern verkürzt", berichtet Gabriele Kascha. Zum Abschluss gab es noch eine Einladung für einen Besuch der TÜV-Stätten in 2008. "Aber dann kommen wir freiwillig", so die Vereinschefin weiter.
Inzwischen ist der Bus, dessen Mängel von außen nicht sichtbar waren, auf dem Weg zur Reparatur in Polen. Auch Busfahrer und Fahrzeugeigner Juri - das Fahrzeug ist seine Existenzsicherung - ist mitgefahren. Als Ersatz war die Gruppe gestern auf die Bahn umgestiegen, nutzte die AKN für die Fahrt nach Elmshorn.
Die Heimreise am Sonntag erfolgt mit einem deutschen Bus, der in Polen durch ein russisches Fahrzeug ersetzt wird. "Wir müssen mit russischen Bussen arbeiten, anders geht das finanziell nicht", berichtet Kascha weiter.
8000 Euro kostet die Visite. 90 Prozent davon konnte über einen Zuschuss der Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch finanziert werden, der Rest kommt aus Spenden und Eigenmitteln des Vereins.
Pinneberger Zeitung





