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10.11.2007

 

 

16 Lehrer aus Pinnebergs Partnerkreis Selenogradsk waren nicht nur zum Vergnügen in der Region. Sie nahmen auch an einer eigens für sie organisierten Fortbildung teil.

Die Namen Olga, Marina und Daria auf den Namensschildern waren noch gut zu lesen. Bei den weiteren 13 Teilnehmern eines Seminars im Pinneberger Kreistagssaal war es schon schwieriger, die Vornamen zu entziffern. Denn die Frauen und Männer hatten sie in Kyrillisch geschrieben. Der Grund für das ungewohnte Bild in dem Saal, in dem sonst die Politiker wichtige Entscheidungen für den Kreis Pinneberg fällen: Bei der Gruppe handelt es sich um Lehrer aus dem russischen Partnerkreis Selenogradsk, die noch bis einschließlich heute im Kreis zu Gast sind.

Schon seit Montag sind die russischen Lehrkräfte im Kreis Pinneberg und haben bereits ein umfangreiches vom Verein Selenogradsk, der die Partnerschaft betreut, organisiertes Programm hinter sich gebracht. Ein Besuch des Badeparks Elmshorn gehörte ebenso dazu wie ein Abstecher zur Nikolaikirche in der Krückaustadt, eine Stadtrundfahrt in Hamburg und ein Museumsbesuch in Lüneburg.

Gestern stand ein Seminar auf der Tagesordnung, das heute bis zur Abreise fortgesetzt wird. Der Verein Selenogradsk hatte in Zusammenarbeit mit dem Politikwissenschaftler Uli Jäger aus Tübingen sowie Dr. Hanne Birkenbach und Dr. Christian Wellmann vom schleswig-holsteinischen Institut für Friedensforschung an der Christian-Albrechts-Universität Kiel eine Fortbildung zum Thema "Entwicklung von Konflikt lösungsstrategien in der Schule" organisiert. Das Seminar war bereits im vorigen Sommer für Schüler aus Selenogradsk und deren Gastfamilien in Kiel angeboten worden. Da das Institut zurzeit umzieht, wurde dieses Mal der Kreistagssaal als Unterrichtsraum genutzt.

Pinnebergs Kreispräsident Burkhard E. Tiemann (CDU) begrüßte gestern Vormittag die Gäste und hob - passend zum Seminarthema - die Bedeutung der Partnerschaft zwischen den Kreisen Pinneberg und Selenogradsk für den Frieden hervor. "Menschen, die einander kennen, werden nicht gegeneinander Krieg führen", sagte der Kreispräsident.

Zahlreiche Partnerschaften in Europa, so Tiemann, hätten in der Vergangenheit den Wunsch "nach einem echten Frieden aufkeimen lassen". Es erfülle ihn mit Stolz, dass die Kreise Pinneberg und Selenogradsk Pioniere dieser Bewegung seien. Die Partnerschaft sei somit ein aktiver Beitrag zur Friedenspolitik.

Wellmann hob eine weitere Bedeutung der Partnerschaft hervor. Die Aktivitäten in Pinneberg, so erläuterte er, seien Vorbild gewesen für die Partnerschaft zwischen dem schleswig-holsteinischen Landtag und der Gebiets-Duma Kaliningrad (Köningsberg). "Es würde mir schwer fallen jemanden zu benennen, der es besser als die Pinneberger machen", lobte Wellmann. Er forderte beide Kreise auf, an der Partnerschaft festzuhalten und diese weiterzuentwickeln. "Insbesondere auch, wenn die politische Großwetterlage schlechter werden sollte."

Pinneberger Tageblatt