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10.07.2007

 

 

17-Jährige aus Kaliningrad besucht das Bismarck-Gymnasium und berichtet über die größten Unterschiede zu ihrer Heimat.

"Die Kulturen sind eben verschieden", stellt Anna Grigorenko (17) aus Kaliningrad fest. Aus der Sicht einer Austauschschülerin erlebte sie den lockeren Alltag an deutschen Schulen. "In Russland gibt es keine Lehrer, die auf Tischen sitzen. Bei uns steht man auf, wenn der Lehrer ins Klassenzimmer kommt", sagt Anna.

Seit einem Jahr wohnt sie bei ihrer Elmshorner Gastfamilie und konnte während ihres Aufenthalts viele Eindrücke sammeln. Sie besucht die 9. Klasse des Bismarck-Gymnasium und beteiligt sich am Deutsch-Russischen Regionalen Jugendparlament. Innerhalb der Tagung entwickelte sie mit anderen ein Fotoaustauschprojekt, das zwischen den Kulturen vermitteln soll. "Nur durch das Gespräch kann gegenseitiges Verständnis entstehen", kommentiert die Hobbyfotografin ihren Entwurf.

Den Städteaustausch ermöglichen der Verein Selenogradsk und die Kreisverwaltung Pinneberg. Gemeinsam finanzieren sie nicht nur Annas Aufenthalt, sondern schlugen sie auch für die Jugendkonferenz vor.

In der Versammlung sollen 50 Vertreter aus den Regionen gemeinsame städtepartnerschaftliche Beziehung entwickeln. In kleinen Arbeitsgruppen diskutieren die jungen Menschen über Themen wie Sozialarbeit, Kultur, Sport und Medien. Ein Treffen mit der Zweiten Hamburger Bürgermeisterin Birgrit Schnieber-Jastram und dem russischen Generalkonsul Sergey Pawlowitsch Ganzah ermöglichte es den Teilnehmern, ihre Vorschläge an kompetente Stellen zu richten.

Das Jugendparlament fand im Rahmen der neunten Deutsch-Russischen Städtekonferenz in Hamburg statt. Dazu hatte Kreispräsident Burkhard E. Tiemann (62) Landrat Valeriy Gubarov und Präsdident Sergey Kulakov aus dem russischen Partnerkreis Selenogradsk eingeladen. Zurzeit verhandeln die Verwaltungen über ein Abfall-Kooperationsprojekt. Das Abfallwirtschaftskonzept wird vom Bund finanziell gefördert. Unterstützung erhalten die Kreisleitungen von der Firma Thales und der GAB.

Für Müll interessiert sich Anna im Moment allerdings nicht. "Mit gemischten Gefühlen verlasse ich die neue Heimat", erzählt sie. Viele neue Freunde muss das Mädchen zurücklassen. Aber mit etwas Glück kommt sie vielleicht wieder und beginnt ihr geplantes Mathematikstudium in Deutschland.

Pinneberger Zeitung