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31.07.2007

 

 

Jugendlichen aus dem russischen Partnerkreis Selenogradsk fielen besonders Unterschiede in den Bildungssystemen auf.

Ein Jahr haben die sechs jungen Damen und ihre zwei männlichen Begleiter im Kreis Pinneberg verbracht. Jetzt hieß es für die Gastschüler aus dem russischen Partnerkreis Selenogradsk Abschiednehmen. Ihr Resümee: "In Deutschland ist vieles anders als bei uns." Ob es ihnen hier besser oder schlechter gefällt, das geben die 16 und 17 Jahre alten Gäste jedoch nicht preis.

Die Eingewöhnung in ihrer neuen Heimat auf Zeit, das sagen alle übereinstimmend, habe gedauert. Maria (17) hatte es dabei am schwersten. "Ich konnte kaum Deutsch, nur ein bisschen Englisch", erzählt sie. Die Folge: "Bis Weihnachten habe ich eigentlich gar nicht gesprochen." Doch dann ging, unterstützt von ihren Mitschülern am Elmshorner Bismarckgymnasium, alles immer besser. Jetzt, zum Ende des Aufenthalts, merkt man der 17-Jährigen ihren einstigen sprachlichen Rückstand nicht mehr an.

Alle acht Selenogradsker sind hier zur Schule gegangen - ihren Leistungen entsprechend auf Realschulen, Gymnasien oder Gesamtschulen, je nach Wohnort der Gastfamilien. Dabei haben sie Unterschiede zwischen den Schulsystemen fetgestellt. "Bei uns herrscht mehr Disziplin", berichtet Anna (17), die ebenfalls zur Bismarckschule ging. Auch werde mehr "Frontalunterricht" durch die Lehrer abgehalten. "Hier wird vieles in Gruppenarbeit gemacht."

Und Artem (17), der die KGSE in Elmshorn besuchte, erinnert sich mit Grauen an die Zeiten. "Zwei Tage die Woche hatte ich bis 16 Uhr Schule, das will ich nie wieder erleben." In seiner Heimat sei spätestens um 13.30 Uhr Schluss - und dort beginnt die erste Stunde erst um 8.30 Uhr. "Und wir haben mehr Ferien, drei Monate im Sommer."

Vielen Vorurteilen seien sie begegnet, erzählen die Gastschüler. "Viele haben gedacht, wir in unserer Heimat seien völlig rückständig." Doch auch in Selenogradsk gebe es Computer, Handys, Internet, Digitalkameras und vieles mehr. Und dass bereits morgens in Weißrussland Wodka getrunken wird, ist auch nur eines von vielen Gerüchten.

Alle Gastschüler haben während ihres Aufenthalts mindestens zwei Praktika absolviert - etwa bei der Polizei, dem Heilpädagogischen Kindergarten Appen-Etz oder bei der Sparkasse. Und sie haben viele neue Freunde gefunden. "Gerade habe ich mich an alles gewöhnt, nun fängt zu Hause wieder ein neues Leben an", sagt Elena (17) traurig - und will bald wiederkommen.

Pinneberger Zeitung