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28.07.2008

 

 

Ein Gastschuljahr im Ausland - Natascha Zabrodskaya und Kirill Schoppert (beide 17) haben es absolviert. Und zwar im Kreis Pinneberg: Die zwei gehören zu den acht Gastschülern aus dem Partnerkreis Selenogradsk in Russland, die am Sonntag die Heimreise antreten mussten.

"Das hier in Deutschland ist eine ganz andere Welt als bei uns", berichtet Natascha. Sie wäre am liebsten für immer in der Bundesrepublik geblieben. "Zuhause hatte ich schon Angst vor der Zeit in Deutschland, weil ich dachte, ich wäre hier ohne meine Freunde auf mich allein gestellt." Doch dazu kam es nicht. Die 17-Jährige, die die zehnte Klasse der Elmshorner Bismarckschule besuchte, fand in der Klasse sofort Anschluss - und bei ihren Gasteltern immer ein offenes Ohr.

Viel offener und freundlicher gehe es in Deutschland zu, bilanziert die 17-Jährige, die nach zwölf Monaten die Sprache fast perfekt beherrscht. "Im Supermarkt lächelt einen die Frau an der Kasse an und wünscht einen schönen Tag, das gibt es bei uns nicht." Auch der Schulunterricht sei anders. "Hier kann man sagen, was einem nicht gefällt. Die Lehrer legen auf die Meinung der Schüler wert."

Natascha war als Cheerleaderin bei den Fighting Pirates in der Krückaustadt aktiv, absolvierte mehrere Praktika - und hatte viel Spaß. "Ich habe all das erlebt, was ich Zuhause nur im Fernsehen gesehen habe." Heimweh hatte sie keines. "Heimweh" nach Deutschland dürfte sie allerdings bekommen. "Ich muss jetzt noch ein Jahr zur Schule gehen, um dann zu studieren. Das will ich am liebsten in Deutschland machen, auch wenn das sehr schwer wird."

Auch Kirill Schoppert zieht ein positives Resümee seiner Zeit im Kreis Pinneberg. Allerdings hatte es der 17-Jährige etwas schwerer als Natascha. Er kam erst im Dezember 2007 nach Deutschland - als "Ersatz" für einen anderen Gastschüler, der aufgrund einer schweren Erkrankung nicht anreisen konnte. Kirill, der in einer Gastfamilie in Kiebitzreihe untergebracht war, besuchte ebenfalls die Bismarckschule. "Er ist etwas zurückhaltender, aber ein sehr zuverlässiger, wertvoller Mensch", so Gabriele Kascha, Vorsitzende des Vereins Selenogradsk, der den regelmäßigen Austausch organisiert. Bereits im August werden die nächsten fünf Gastschüler aus dem Partnerkreis erwartet.

Pinneberger Zeitung