30.08.2011
Die Partnerschaft blüht. Im 20. Jahr der Verbrüderung der Kreise Selenogradsk in Russland und Pinneberg herrscht ein reger Austausch.
Rund 70 Sänger, Tänzer und Musiker aus Selenogradsk gaben während der vergangenen Wochen zwischen Elmshorn und Moorrege sechs Konzerte (wir berichteten). Zuvor hatten Landrat Oliver Stolz, Kreispräsident Burkhard E. Tiemann und Mitarbeiterin Kerstin Seidler vier Tage lang Cranz, den Verwaltungssitz des Bezirks Selenogradsk besucht. Tiemann schwärmte von der Schönheit des Ostseebads. Es habe sich seit seinem ersten Besuch vor acht Jahren herausgeputzt. Damals waren viele Fenster zugenagelt. Es gab kaum Läden. Inzwischen habe sich die Hauptstraße in eine florierende Einkaufsmeile verwandelt. Stolz hatte es eine neue Schule angetan, die am Donnerstag eröffnet werden soll. Mehr als 1000 Schüler in den Jahrgängen 1 bis 11 lernen dort auf hohem Standard. Es gibt zwei Sporthallen und ein Schwimmbad. Ab der Klasse 4 arbeiten die Kinder an Laptops. In dem Dorf Wiskiauten bei Cranz besichtigten die Deutschen ein Feld mit mehr als 500 historischen Grabhügeln. Ein russisch-deutsches Forscherteam sucht dort eine Wikingersiedlung.
Im Krankenhaus Selenogradsk sprachen Stolz und Tiemann mit Ärzten. Der Landrat versprach, bei den Regio-Kliniken um eine Vertiefung des Austausches zu werben. Außerdem besuchten die Pinneberger die Feuerwehr, das Technische Hilfswerk, die Rettungsschwimmer, eine Behindertengruppe, einen Tierarzt und die Verwaltung. Als Gastgeschenk brachte Tiemann dem Landrat Valerij Gubarov, dem Rayon-Präsidenten Sergej Kulakov und deren Kollegen selbst gebackenes Königsberger Marzipan mit. In Barmstedt feierten am Sonntag die russischen Tänzer, Musiker und Sänger den Abschied ihrer Tournee. Der Verein Selenogradsk hatte sie zu einem Sommerfest an der Jugendbildungsstätte eingeladen. Rund 80 Gäste hörten und sahen den Acht- bis 18-jährigen Künstlern noch einmal zu. Nach 18-stündiger Busfahrt kamen sie gestern um 11 Uhr wieder in Selenogradsk an. Im Frühjahr 2012 soll eine russische Delegation Pinneberg besuchen.
Uetersener Nachrichten
Jan-Hendrik Frank





